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Häufig gestellte Fragen

Was ist Pränataldiagnostik?
Damit sind Untersuchungen des Kindes vor der Geburt (pränatal = vorgeburtlich) gemeint. Die wichtigste Untersuchungsmethode ist der Ultraschall. Aber auch die Entnahme von Fruchtwasser oder von Zellen des Mutterkuchens und die Untersuchung des mütterlichen Blutes lassen Rückschlüsse auf die Entwicklung des Kindes zu. Meist wird „Pränataldiagnostik“ im Sinn von „Fehlbildungsdiagnostik“ verwendet.

Wozu Pränataldiagnostik?
Viele Schwangere fühlen sich durch unauffällige Untersuchungsergebnisse beruhigt. Wird ein Problem entdeckt, bekommen Sie dadurch wichtige Entscheidungsgrundlagen: Sie können sich z.B. auf die Geburt eines betroffenen Kindes vorbereiten. Die Ärzte bzw. Ärztinnen können den für das Kind günstigsten Geburtszeitpunkt planen. Die Geburt kann in einem speziellen Krankenhaus durchgeführt werden, damit das Kind rasch durch SpezialistInnen betreut werden kann. Manchmal kann eine Therapie während der Schwangerschaft den Gesundheitszustand entscheidend verbessern. In manchen Fällen bleibt jedoch nur die Entscheidung, ob Sie das Kind auch mit seiner Fehlbildung annehmen oder ob Sie die Schwangerschaft abbrechen wollen.

Hat die Pränataldiagnostik auch Nachteile?
Frauen können durch die Frage: „Was würde ich machen, wenn eine Fehlbildung entdeckt wird?“ verunsichert werden. Das positive Erleben der Schwangerschaft kann durch die gezielte Suche nach Fehlbildungen gestört und die Mutter-Kind-Beziehung belastet werden. Wenn tatsächlich Fehlbildungen entdeckt werden, können Frauen/Paare vor schwierige Entscheidungen gestellt werden. Die Frage „Schwangerschaftsabbruch ja oder nein“ kann sehr belastend sein.

Wie häufig sind Fehlbildungen und genetische Abweichungen?
Ca. 97 von 100 Kindern kommen gesund zur Welt. Allerdings besteht bei Frauen in jedem Alter die Möglichkeit, ein Kind mit einer Fehlbildung oder einer genetischen Abweichung zur Welt zu bringen. Bei 1 von 100 Kindern ist mit grösseren Fehlbildungen zu rechnen.

Wie sicher können Fehlbildungen entdeckt werden?
Erfahrene Untersuchende können mit einem guten Ultraschallgerät sehr viele Fehlbildungen erkennen. Aber der Ultraschall hat seine Grenzen: Auch bei guten Geräten, grösster Sorgfalt und erfahrenen Ärzten und Ärztinnen können Fehlbildungen unentdeckt bleiben. Dies kann z.B. der Fall sein, wenn die Lage des Kindes oder die mütterliche Bauchdecke für die Diagnose ungünstig sind. Ein unauffälliger Ultraschallbefund bedeutet daher eine hohe Wahrscheinlichkeit, aber keine absolute Sicherheit, dass mit Ihrem Kind alles in Ordnung ist.

Was ist Ultraschall?
Schallwellen, die der Mensch nicht hören kann, werden vom Körper der schwangeren Frau und des werdenden Kindes reflektiert und auf einem Bildschirm sichtbar gemacht. Diese Bilder von Ihrem Kind sind für den Arzt/die Ärztin sehr aufschlussreich. Nach heutigem Wissensstand ist der Ultraschall für die Schwangere und ihr werdendes Kind nicht schädlich.

Welche Diagnosemöglichkeiten gibt es noch?
Eine Diagnose bestimmter genetischer Abweichungen (z.B. Down-Syndrom) ist nur durch einen Eingriff möglich, bei dem der Arzt/die Ärztin mit einer dünnen Nadel durch die Bauchdecke der Frau Fruchtwasser oder Gewebe des Mutterkuchens entnimmt. Eine solche Punktion hat ein Risiko von ca. 1%, eine Fehlgeburt auszulösen. Bitte beachten Sie: Viele genetische Abweichungen können zwar festgestellt werden, nicht jedoch ihr Schweregrad. Ob das betroffene Kind nur leicht, mittel oder schwer behindert sein wird, kann nicht immer vorausgesagt werden. Zudem werden nur die häufigsten genetischen Abweichungen abgeklärt, sehr seltene Abweichungen jedoch nicht.

Garantiert die Pränataldiagnostik, dass ich ein gesundes Kind bekomme?
Nein, keine Untersuchung kann ein gesundes Kind garantieren. Viele Fehlbildungen und Entwicklungsstörungen kann man zwar entdecken, aber nicht behandeln. Es kommt auch vor, dass Krankheiten und Fehlbildungen trotz Untersuchung nicht erkannt werden.

Muss ich die erweiterte Diagnostik machen lassen?
Nein, das bleibt allein Ihre Entscheidung. Sie können auch Ihr Recht auf Nicht-Wissen in Anspruch nehmen und auf die Pränataldiagnostik verzichten.

Warum kann mein Arzt/meine Ärztin nicht für mich entscheiden, welche Untersuchungen ich machen soll?
Weil das keine medizinische Frage ist, sondern eine Frage Ihrer persönlichen Lebenseinstellung. Nur Sie selbst können z.B. beantworten, wie viel Sicherheit Sie bezüglich der Entwicklung Ihres Kindes benötigen oder ob Sie ein behindertes Kind annehmen könnten oder nicht.

Wo finde ich Unterstützung für meine Entscheidung „Pränataldiagnostik ja oder nein“?
Stellen Sie Ihrem Arzt/Ihrer Ärztin beim nächsten Arztbesuch Ihre offenen Fragen. Selbstverständlich stehen Ihnen auch die Beraterinnen von schwanger.li gerne zur Verfügung. Wir sind für Sie da.